Sportteil, August 1960. Vergilbt, brüchig, und doch sprang mich jede Seite an wie frisch gedruckt, die Schlagzeilen aus Rom, die Zwischentöne, die kleinen Meldungen am Rand.
Auf einem der Fotos stand ein Reporter am Rand der Aschenbahn, den Notizblock in der Hand, halb abgeschnitten vom Bildrand. Kein Name, keine Zeile über ihn. Alle schauten auf die Läufer, ich schaute auf ihn. Was hat er gesehen, was nie gedruckt wurde? Mit wem hat er abends gegessen? Wem hat er geglaubt, und wem besser nicht?
So entstand Gustavo. Kein Held, kein Sieger, sondern einer, der danebensteht und aufschreibt, und der genau deshalb überall hineingerät. In die Ränge des Olympiastadions, in die Hinterzimmer von Trastevere, später in die Keller von St. Pauli, wo fünf junge Männer aus Liverpool spielten, als hinge ihr Leben daran.
1960 ist das Jahr, in dem sich alles berührt. Das alte Europa und das neue, die Zeitung und das Fernsehen, der Sport und das Geschäft. Wer in diesem Jahr genau hinsah, konnte den Rest des Jahrzehnts kommen sehen. Gustavo sieht genau hin.